Gartenpflanzen

Blauraute erfolgreich vermehren: Eine umfassende Anleitung

Veröffentlicht: Aug 06, 2026
Blauraute erfolgreich vermehren: Eine umfassende Anleitung

Die Blauraute, heute meist als Salvia yangii bekannt, erfreut sich aufgrund ihrer attraktiven Erscheinung großer Beliebtheit in Gärten. Wer die strahlend blauen Blüten dieser Pflanze bestaunt, hegt oft den Wunsch, weitere Exemplare zu kultivieren. Glücklicherweise lässt sich dieser Halbstrauch auf verschiedene Arten vermehren, ohne dass dafür ein hoher Aufwand betrieben werden muss. Es gibt drei Hauptmethoden – Stecklinge, Teilung und Aussaat – jede mit ihren spezifischen Anforderungen und Tücken. Mit dem richtigen Wissen lassen sich häufige Fehler vermeiden und die Erfolgschancen maximieren.

Die Vermehrung der Blauraute ist verhältnismäßig einfach, da die Pflanze robust und anpassungsfähig ist. Der jährliche Rückschnitt im Frühjahr, der notwendig ist, um die Pflanze buschig zu halten und ein Verkahlen von unten zu verhindern, liefert ideales Material für die Gewinnung von Stecklingen. Ursprünglich aus den trockenen Steppengebieten Vorderasiens stammend, ist die Blauraute an karge, durchlässige Böden gewöhnt, was ihre Genügsamkeit auch auf junge Pflanzen überträgt. Unabhängig von der gewählten Methode ist eine konstante Feuchtigkeitsversorgung in der Anfangsphase entscheidend, da die jungen Pflanzen noch keine ausreichend entwickelten Wurzeln besitzen, um Wasser effizient aufzunehmen.

Vermehrung durch Stecklinge: Die effektivste Methode

Die Gewinnung von Stecklingen ist die verlässlichste Methode zur Vermehrung der Blauraute. Hierfür eignen sich einjährige, leicht verholzte Triebe, die im oberen Bereich mindestens zwei Blattansätze aufweisen. Reine grüne Triebe neigen dazu, zu schnell zu welken, während vollständig verholzte Äste nur schwer Wurzeln bilden. Ein guter Kompromiss ist daher ein leicht verholzter Trieb am unteren Schnittpunkt. Ein kleiner Trick zur Förderung der Wurzelbildung besteht darin, vorsichtig ein Stück Rinde am unteren Schnitt mit einem scharfen Messer zu entfernen, da Wurzeln bevorzugt an verletzten Stellen entstehen. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Reduzierung der Blattfläche, um die Verdunstung zu minimieren, da die fehlenden Wurzeln anfangs nicht genügend Wasser liefern können.

Nach dem Zuschneiden werden die Stecklinge in Töpfe mit einer Mischung aus Anzuchterde und Sand gesetzt. Dies gewährleistet eine gute Drainage und verhindert Staunässe, die Fäulnis begünstigen kann. Um ein feuchtes Kleinklima zu schaffen, wird der Topf anschließend mit einer transparenten Folie oder Tüte abgedeckt. Tägliches Lüften ist jedoch unerlässlich, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ein heller Standort, beispielsweise an einem Ostfenster ohne direkte Mittagssonne, ist ideal, da hier Temperatur und Feuchtigkeit konstant bleiben. Neue Blätter signalisieren den erfolgreichen Austrieb der Wurzeln. Häufige Fehler bei der Stecklingsvermehrung sind zu viele Blätter am Steckling, die Verwendung von zu altem Holz, unzureichende Belüftung, die Verwendung von reiner Blumenerde und zu frühes Umtopfen oder Ziehen am Steckling. Nach dem Auspflanzen ins Freiland benötigen die Jungpflanzen in den ersten Wochen regelmäßige Wassergaben, bis sich ihr Wurzelsystem vollständig entwickelt hat.

Pflanzenteilung und Aussaat: Alternativen für die Vermehrung

Für ältere, gut etablierte Blaurauten ist die Teilung des Wurzelballens eine praktikable Methode. Der beste Zeitpunkt hierfür ist im Frühjahr nach den letzten Frösten oder im Herbst nach der Blütezeit, wenn die Pflanze ihre Energie nicht mehr in die Blütenentwicklung investiert. Der Wurzelballen wird vorsichtig ausgegraben, wobei darauf zu achten ist, die Wurzeln möglichst wenig zu beschädigen. Anschließend kann der Ballen mit einem desinfizierten, scharfen Spaten oder Messer in mehrere Teile getrennt werden. Jeder Teil sollte über ausreichend eigene Wurzeln und Triebansätze verfügen. Die Desinfektion der Werkzeuge ist wichtig, um die Übertragung von Pilzinfektionen auf die offenen Schnittstellen zu verhindern.

Die Vermehrung durch Aussaat ist die anspruchsvollste Methode und erfordert viel Geduld. Die Samen benötigen eine spezielle Behandlung, die als Stratifikation bekannt ist: Zunächst vier Wochen Wärme bei etwa 20 Grad Celsius in feuchtem Sand, gefolgt von vier bis sechs Wochen Kältebehandlung bei etwa 5 Grad, beispielsweise im Kühlschrank. Erst nach dieser Prozedur werden die Samen in Anzuchterde ausgesät und bei kühlen 5 bis 12 Grad weiterkultiviert. Die Keimung kann mehrere Monate dauern, in seltenen Fällen sogar bis zu einem Jahr. Die so gezogenen Jungpflanzen blühen oft erst nach fünf bis sechs Jahren zum ersten Mal, weshalb diese Methode für ungeduldige Gärtner weniger geeignet ist. Nach erfolgreicher Vermehrung müssen die jungen Pflanzen abgehärtet werden, indem sie schrittweise an äußere Bedingungen wie Wind und Sonne gewöhnt werden, bevor sie ins Freiland umziehen. Eine regelmäßige Bewässerung ist in den ersten Wochen entscheidend, da das Wurzelsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Ein durchlässiger, nährstoffarmer Boden ist langfristig ideal für die Blauraute, da übermäßige Düngung zu einem weichen, instabilen Wuchs führen kann. Als passende Pflanzpartner eignen sich trockenheitsresistente Arten wie Katzenminze oder Prachtkerzen.

Das könnte Ihnen auch gefallen