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Reduzierung des Torfanteils schreitet voran, jedoch bleibt die Umsetzung eine Herausforderung

Veröffentlicht: Sep 04, 2026
Reduzierung des Torfanteils schreitet voran, jedoch bleibt die Umsetzung eine Herausforderung

Das Projekt „TerZ 100“ markiert einen entscheidenden Fortschritt im Gartenbau, indem es die Branche bei der Reduzierung des Torfeinsatzes unterstützt. Seit Anfang 2025 engagieren sich bundesweit 17 Zierpflanzenbetriebe in fünf Modellregionen für eine weitgehend torffreie Produktion. Diese Initiative zielt darauf ab, die Herausforderungen bei der Umstellung auf nachhaltigere Substrate zu meistern und gleichzeitig die Qualität und Wirtschaftlichkeit der Pflanzenproduktion zu sichern. Die beteiligten Betriebe profitieren von umfassender Beratung und engen Analysen ihrer Substrate, wodurch eine praxisnahe Anpassung der Anbaumethoden gewährleistet wird.

Die Umstellung auf torfreduzierte Substrate ist ein komplexer Prozess, der nicht nur technische, sondern auch ökonomische und logistische Aspekte umfasst. Das Projekt „TerZ 100“ beleuchtet daher auch die Auswirkungen auf die Lieferkette und den Endverbraucher. Fragen zur Transportfähigkeit, zur Attraktivität der Pflanzen am Verkaufsort und zur Langlebigkeit bei den Konsumenten stehen im Fokus der Untersuchungen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, den Übergang zu einer umweltfreundlicheren Pflanzenproduktion flächendeckend zu ermöglichen und gleichzeitig die hohen Qualitätsstandards des deutschen Gartenbaus aufrechtzuerhalten.

Das „TerZ 100“-Projekt: Nachhaltige Substrate im Zierpflanzenbau

Im Rahmen des Projekts „TerZ 100“ wird seit Anfang 2025 die Umstellung auf torffreie Substrate im Zierpflanzenbau in Deutschland aktiv gefördert. Dieses Vorhaben, das sich über fünf Modellregionen erstreckt, involviert 17 unterschiedliche Betriebe – von kleinen Verkaufsgärtnereien bis zu spezialisierten Großproduzenten, die eine breite Palette an Zierpflanzen kultivieren, einschließlich Azerca-Arten. Die beteiligten Institutionen, darunter die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und diverse Lehr- und Versuchsanstalten, bieten den Gärtnereien intensive Unterstützung bei der Anpassung ihrer Kultivierungsstrategien. Dies beinhaltet detaillierte Substrat-Analysen vor und während des Anbaus, um eine optimale Nährstoffversorgung und Pflanzenentwicklung sicherzustellen.

Die Koordination und Durchführung des Projekts liegt in den Händen von Experten der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, der Lehr- und Versuchsanstalten in Heidelberg und Hannover-Ahlem, des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Dresden-Pillnitz sowie des Versuchszentrums Gartenbau in Straelen. Ihre Aufgabe ist es, die Betriebe wissenschaftlich zu begleiten und praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Neben der reinen Substratoptimierung werden auch spezifische regionale Herausforderungen adressiert. Hierzu zählen beispielsweise die logistischen Anforderungen beim Transport torffrei produzierter Pflanzen, die Sicherstellung der Produktqualität am Verkaufsort und die Untersuchung der Haltbarkeit bei Endverbrauchern. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis für die ganzheitliche Umstellung zu entwickeln und praxistaugliche Empfehlungen für den gesamten Zierpflanzenbau zu erarbeiten.

Herausforderungen und Chancen der Torfreduktion in der Praxis

Die Implementierung torffreier Anbaumethoden stellt die teilnehmenden Zierpflanzenbetriebe vor vielfältige Herausforderungen, die im Projekt „TerZ 100“ detailliert untersucht werden. Die Umstellung erfordert nicht nur eine Anpassung der Substratzusammensetzung, sondern auch eine Modifikation der Bewässerungs- und Düngepraktiken, da die Eigenschaften torffreier Materialien wie Grüngutkompost, Holzfaser, Kokosmark und Rindenhumus von Torf abweichen. Die Betriebe müssen neue Kenntnisse erwerben und ihre Prozesse entsprechend anpassen, um die gewohnte Pflanzenqualität zu gewährleisten. Der Erfolg des Projekts hängt maßgeblich von der engen Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis ab, um innovative Lösungen für diese komplexen Fragestellungen zu finden und zu etablieren.

Neben den produktionstechnischen Aspekten werden im Projekt auch die Marktchancen und die Akzeptanz torffreier Produkte beleuchtet. Die Analyse der Pflanzenqualität am Point of Sale sowie die Haltbarkeit beim Endverbraucher sind entscheidend für den kommerziellen Erfolg der umgestellten Betriebe. Durch gezielte Forschung und Beratung soll sichergestellt werden, dass die Verbraucher weiterhin hochwertige Zierpflanzen erhalten, die den Ansprüchen an Nachhaltigkeit gerecht werden. Das Projekt „TerZ 100“ trägt somit nicht nur zur ökologischen Verbesserung im Gartenbau bei, sondern unterstützt die Betriebe auch dabei, zukunftsfähig zu bleiben und neue Marktsegmente zu erschließen, indem es die Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit torffreier Produktion demonstriert und fördert.

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