Garten- und Poolgestaltung: Erfolgreiche Konzepte für Bepflanzung, Bodenbeläge und Anordnung
Ein Schwimmbecken verändert die Wahrnehmung eines Gartens maßgeblich. Es beansprucht Fläche, bestimmt Wege und lenkt die Blickachsen vom Wohnhaus aus. Ob der entstandene Bereich später als angenehm empfunden wird, hängt jedoch weniger vom Becken selbst ab, sondern vielmehr von seiner unmittelbaren Umgebung. Die sorgfältige Auswahl der Pflanzen, des Bodenbelags und die richtigen Abstände sind entscheidend dafür, wie viel Zeit im Sommer für Reinigungsarbeiten mit Kescher und Besen aufgewendet werden muss und wie harmonisch sich der Pool in das Gesamtbild einfügt.
Ein Poolbereich wirkt dann besonders stimmig, wenn er als eine eigenständige Zone innerhalb des Gartens geplant und nicht wie nachträglich in den Rasen gesetzt erscheint. Eine Gliederung in drei unterschiedliche Bereiche hat sich dabei bewährt. Direkt am Becken befindet sich ein befestigter Bereich, der barfuß und nass begangen werden kann. Daran schließt sich eine Übergangszone mit niedriger, pflegeleichter Bepflanzung an. Höhere Gehölze, Hecken und Elemente zum Sichtschutz werden erst im äußersten Ring positioniert. Diese gestaffelte Anordnung hat einen praktischen Nutzen: Je weiter Laub, Blüten und Samen von der Wasserfläche entfernt entstehen, desto seltener gelangen sie in den Skimmer. Hecken benötigen zudem ausreichend Platz für den Rückschnitt, wobei das Schnittgut nicht ins Becken fallen sollte.
Bei der Anordnung ist es ratsam, die vorherrschende Windrichtung zu berücksichtigen. Laubanwerfende Bäume sollten bevorzugt auf der windabgewandten Seite des Beckens platziert werden, damit der Wind die Blätter vom Wasser wegträgt und nicht hineinweht. Auf der sonnigen Seite ist ausreichend Platz für Liegen einzuplanen, die in der Regel etwa zwei Meter lang sind. Ein Sonnensegel oder eine Pergola kann dort Schatten spenden, ohne störendes Laub zu produzieren. Für private Schwimmbecken gibt es keine verbindlichen Vorschriften bezüglich der Rutschfestigkeit. Eine verlässliche Orientierung bieten jedoch die Richtlinien für öffentliche Bäder. Die DGUV Information 207-006 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung klassifiziert Bodenbeläge für nassbelastete Barfußbereiche in die Bewertungsgruppen A, B und C, wobei A die geringste und C die höchste Rutschhemmung darstellt. Die Prüfung erfolgt auf einer geneigten Ebene mit barfuß gehenden Testpersonen. Diese Klassifizierung lässt sich gut auf den privaten Garten übertragen: Beckenumgänge und Duschbereiche sollten in Gruppe B fallen, während ins Wasser führende Treppen, Leitern und Rampen mit einer Neigung von über sechs Prozent Gruppe C erfordern. Die im Gewerbebau üblichen R-Klassen (R9 bis R13) beziehen sich auf Bereiche, die mit Schuhwerk begangen werden, und sind für Barfußbereiche nicht direkt aussagekräftig.
Neben der Rutschhemmung ist auch die Beständigkeit der Beläge von Bedeutung. Materialien im Barfußbereich sollten frostbeständig sein, Temperaturschwankungen standhalten und unempfindlich gegenüber Säuren und Laugen sein, was insbesondere bei der Verwendung von Wasserpflegemitteln relevant ist. Feinsteinzeug mit entsprechender Bewertungsgruppe, geflammte oder gestockte Natursteine sowie spezielle Beckenrandsteine sind hierfür geeignet. Hersteller geben die Einstufung auf Anfrage an. Dunkle Oberflächen absorbieren deutlich mehr Sonnenstrahlung als helle und können sich mittags so stark erwärmen, dass das Barfußgehen unangenehm wird. Bei der Pflanzenauswahl rund um das Becken helfen vier entscheidende Fragen: Wirft die Pflanze viel Laub, Blüten oder Früchte ab? Bildet sie Ausläufer oder kräftige Wurzeln, die Leitungen und Fundamente beschädigen könnten? Verträgt sie gelegentliches Spritzwasser mit Pflegemitteln? Und ist sie für Kinder unbedenklich?
Bambus steht oft weit oben auf der Wunschliste für die Poolgestaltung, doch viele Arten der Gattung Phyllostachys bilden lange unterirdische Rhizome. Hierfür empfiehlt sich eine Wurzelsperre in etwa 60 Zentimeter Tiefe, meist in Form einer Rhizomsperre aus HDPE-Folie mit Verschlussschiene. Horstbildende Arten wie Fargesia bleiben dagegen am Standort. Dies gilt auch für Ziergräser, die dichte Horste bilden und die harten Linien von Becken und Belag auflockern, ohne sich ins Pflaster zu drängen. Pflanzen, die stark von Bienen beflogen werden, wie Lavendel, sollten eher im äußeren Ring als direkt neben der Liegefläche platziert werden. Am Beckenrand sind niedrige, immergrüne Polster und Bodendecker die pflegeleichtere Wahl. Bei einem mediterranen Stil ist die Giftigkeit von Pflanzen zu beachten. Oleander und Eibe sind beliebte Kübel- und Heckenpflanzen, aber gleichzeitig stark giftig. Laut einer Auswertung der Vergiftungsinformationszentrale Österreich gab es im Jahr 2023 rund 31.000 telefonische Anfragen, von denen elf Prozent mögliche Vergiftungen mit Pflanzen betrafen. In Gärten, in denen Kinder spielen, sind ungiftige Alternativen die sicherere Wahl. Im Ernstfall ist die Vergiftungsinformationszentrale jederzeit unter 01 406 43 43 erreichbar.
Vor der eigentlichen Bepflanzung sollte ein maßstabsgetreuer Lageplan erstellt werden. Dieser sollte den Sonnenverlauf, die Hauptwindrichtung, die vorhandenen Bäume und die Position der Beckentechnik berücksichtigen. Filteranlage und Leitungen beeinflussen, wo später gepflanzt werden kann und wo ein freier Zugang gewährleistet sein muss. Vor dem Kauf des Belags ist es ratsam, ein Muster zu beschaffen und die Bewertungsgruppe beim Hersteller zu erfragen. Die Säurefliesner-Vereinigung veröffentlicht regelmäßig Tabellen geprüfter Beläge für nassbelastete Barfußbereiche, was einen schnellen Abgleich ermöglicht. Die Pflanzenliste kann anschließend anhand der vier Prüffragen abgearbeitet werden. Was dort nicht den Kriterien entspricht, findet oft noch einen geeigneten Platz im äußeren Ring. Eine einfache Beobachtung im ersten Sommer ist äußerst aufschlussreich: Wo sammeln sich Laub und Blüten im Skimmer, und aus welcher Richtung kommen sie? Diese Notizen geben klarer als jeder Plan Aufschluss darüber, wo die Bepflanzung gegebenenfalls angepasst werden sollte. Insgesamt ist eine durchdachte und vorausschauende Planung der Schlüssel zu einem harmonischen und pflegeleichten Poolbereich, der über viele Jahre Freude bereitet.