Gartenzubehör

Branche lehnt Steuererhöhungen bei Minijobs ab

Veröffentlicht: Aug 27, 2026
Branche lehnt Steuererhöhungen bei Minijobs ab

Die deutschen Gartenbauverbände haben sich kritisch zu den geplanten Steuerreformen geäußert. Sie befürchten, dass die vorgeschlagenen Änderungen, insbesondere die Erhöhung der Besteuerung für geringfügig Beschäftigte, eine erhebliche finanzielle Belastung für die überwiegend familiengeführten Unternehmen darstellen würden. Während einige Erleichterungen positiv aufgenommen werden, überwiegt die Sorge vor steigenden Betriebskosten und einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit in einer bereits personalintensiven Branche. Die Verbände plädieren für die Einführung einer Risikoausgleichsrücklage, um Betriebe widerstandsfähiger gegenüber externen Faktoren wie extremen Wetterereignissen und wirtschaftlichen Unsicherheiten zu machen.

Die vorgeschlagenen Steueranpassungen, die im Rahmen des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 diskutiert werden, sehen unter anderem eine deutliche Anhebung des Pauschalsteuersatzes für Minijobs vor. Diese Erhöhung, die eine Steigerung um 150 Prozent von 2 auf 5 Prozent bedeutet, wird voraussichtlich zu einem signifikanten Anstieg der Lohnkosten führen. Dies würde insbesondere kleinere und mittlere Gartenbaubetriebe, die stark auf geringfügig Beschäftigte angewiesen sind, vor große Herausforderungen stellen. Die gemeinsame Stellungnahme des Zentralverbands Gartenbau (ZVG), des Deutschen Bauernverbands (DBV) und der Familienbetriebe Land und Forst (FABLF) unterstreicht die Notwendigkeit, die speziellen Bedürfnisse des Gartenbaus bei der Gesetzgebung zu berücksichtigen.

Auswirkungen auf den Gartenbau und Forderungen der Verbände

Die Verbände äußern deutliche Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Folgen der geplanten Steuererhöhungen für Minijobs. Diese Maßnahme könnte die Lohnkosten in einer ohnehin arbeitsintensiven Branche erheblich verteuern, was insbesondere für familiengeführte und kleinere Betriebe eine große Belastung darstellen würde. Die steigenden Personalkosten könnten die Wettbewerbsfähigkeit der Gartenbaubetriebe mindern und Investitionen erschweren. Eine der Hauptforderungen der Verbände ist daher die Anpassung der Steuerpolitik, um die Existenzgrundlage dieser Betriebe zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten.

Neben der Kritik an den geplanten Steuererhöhungen betonen die Verbände auch die Notwendigkeit einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage. Angesichts zunehmender klimatischer Veränderungen und daraus resultierender Wetterextreme sowie wirtschaftlicher Schwankungen sehen sich Gartenbauunternehmen mit erhöhten Risiken konfrontiert. Eine solche Rücklage würde den Betrieben ermöglichen, finanzielle Puffer für unvorhergesehene Ereignisse zu bilden und somit ihre Eigenvorsorge zu stärken. Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Branche und zur Sicherung ihrer langfristigen Entwicklung in einem volatilen Umfeld.

Steuerliche Entlastungen und wirtschaftliche Stabilität

Die Vertreter des Gartenbaus begrüßen prinzipiell jegliche Ansätze zur steuerlichen Entlastung, fordern jedoch eine differenzierte Betrachtung der Branchenbedürfnisse. Sie betonen, dass die Umsetzung des Einkommensteuerreformgesetzes 2027 nicht zu einer einseitigen Belastung führen darf, die speziell landwirtschaftliche und gartenbauliche Betriebe benachteiligt. Es wird hervorgehoben, dass eine nachhaltige Steuerpolitik die Besonderheiten dieser Sektoren berücksichtigen muss, um deren Beitrag zur Wertschöpfung und Arbeitsplatzsicherung nicht zu gefährden.

Um die wirtschaftliche Stabilität des Gartenbaus zu gewährleisten, schlagen die Verbände konkrete Maßnahmen vor. Dazu gehören nicht nur die Vermeidung von Steuererhöhungen bei Minijobs, sondern auch die Schaffung von Anreizen für Investitionen und Innovationen. Die Einführung einer steuerlichen Risikoausgleichsrücklage ist dabei ein zentraler Baustein, um Betrieben die notwendige Flexibilität zu geben, auf externe Schocks zu reagieren. Langfristig soll durch eine angepasste Steuerpolitik ein Umfeld geschaffen werden, das Wachstum fördert und die Resilienz der Gartenbaubranche gegenüber zukünftigen Herausforderungen stärkt.

Das könnte Ihnen auch gefallen